Dienstag, 9. Juli 2013
Projekt „Gemeinde“ stärkt Pastoral vor Ort
Oberstes Ziel des Projekts „Gemeinde“ ist es, die Gemeinden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf die Zukunft hin auszurichten und die Seelsorge vor Ort zu stärken und weiter zu entwickeln. Grundlage wird der „Blickwechsel“ von der „lebendigen Gemeinde zur aktiven Gemeinde im Ort“ sein, so der Projektleiter Michael Elmenthaler beim „forum thomas“ in Göppingen mit knapp 60 Teilnehmern. Die Ergebnisse des Dialog- und Erneuerungsprozesses der Diözese Rottenburg-Stuttgart haben gezeigt, dass Entwicklungsbedarf im Bereich der Seelsorge, des pastoralen Personals und konkreter Felder der Gemeindepastoral besteht. „Wir müssen endlich ernst nehmen, was die Menschen brauchen“, so das Fazit. Projektleiter Elmenthaler versichert: „Die Anstrengungen zur Erneuerung dienen nicht der Erhaltung von kirchlichen Strukturen, sondern es geht um Überprüfung unserer Haltungen, wie wir künftig Seelsorge betreiben wollen“. Die Idee ist demnach „die Pastoral an der Lebenswirklichkeit der Menschen in einem bestimmten Lebensraum auszurichten, das heißt: „Kirche ist im Lebensraum präsent, kooperiert und inspiriert das Zusammenleben der Menschen“. Elmenthaler weiter: „Die Gemeinde lebt ihren missionarischen Auftrag, indem sie die Menschen in ihrem Lebensraum wahrnimmt, sich mit ihnen verbindet, die Botschaft des Evangeliums bezeugt und auf die Zeichen der Zeit hört“. Ein entscheidender Schritt zur Entlastung der Pfarrer wird die „verstärkte Beteiligung von haupt- und ehrenamtlichen Laien in der Gemeindeleitung sein“. Der Bischof wird dabei die gesamten Spielräume des Kirchenrechts und der Gemeindeordnung der Diözese ausnutzen, wurde zugesagt. Ein solcher „Blickwechsel“ in der Pastoral hat auch Auswirkungen auf die Priester und alle Seelsorger/-innen im Haupt- oder Ehrenamt. Künftig wird weniger der „Einzelkämpfer“, sondern der „Teamplayer“ gefordert sein - von der „Allzuständigkeit“, vor allem des Priesters, hin zu einer Delegation der Aufgaben auf viele Schultern. Im Sinne des gemeinsamen Priestertums aller Gläubigen hat auch Konkurrenzdenken zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen genauso wenig Platz wie die Sichtweise, dass ehrenamtliche Mitarbeiterinnen nur „Helfer/-innen“ der Hauptamtlichen sind. Mitte und Ziel des kirchlichen Lebens vor Ort ist und bleibt die Feier der Eucharistie, aber mit der Maßgabe, dass alle Priester im aktiven Dienst angehalten sind, am Sonntag, einschließlich der Vorabendmesse, nur drei Eucharistiefeiern vorzustehen. Dort, wo keine Eucharistiefeier am Sonntag angeboten werden kann, ist es in der Diözese gute Tradition, dass sich die Gemeinde zur Wortgottesfeier in der Kirche versammelt. Diese Praxis begrüßt und wünscht der Bischof ausdrücklich. Er will dies sogar aktiv einfordern. Damit die Empfehlungen der Diözese auf fruchtbaren Boden fallen, bedarf es der intensiven Fort- und Weiterbildung der Priester und aller hauptamtlichen pastoralen Dienste. Elmenthaler unterstreicht: „Gerade hier brauchen wir in unserer Diözese eine neue Kultur der Qualitätssicherung“, denn „die Qualität pastoralen Handelns ist ein entscheidender Aspekt dessen, ob Kirche in unserer Gesellschaft als wertvoll wahrgenommen oder als bedeutungslos ausgeblendet wird“. Felix Müller, Dekanatsreferent
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