Der Sprecher des 24-köpfigen Diözesanpriesterrat, Pfr. Msgr. Herbert Schmucker (70), Stuttgart, bestätigte beim letzten „forum thomas“-Gespräch in Göppingen: „Die Priester müssen sich mit den Gläubigen in den Gemeinden über eine Schwerpunktsetzung in der Seelsorge verständigen, denn in den neuen großen Pfarreien oder Seelsorgeeinheiten wird es für den Priester immer schwieriger, in der ganzen Breite des pastoralen Raumes noch präsent zu sein und alle pastoralen Aktivitäten einer Pfarrei zu leiten oder zu begleiten“. Eine besondere Chance für die Zukunft sieht Schmucker „in der Zusammenarbeit der anderen Dienste und es müssen Aufgaben auch wieder in diese ursprüngliche Verantwortung aller Glaubenden zurückgegeben werden, damit das Profil der Priester deutlicher wird“. Gerade die heutige Rolle der Priester müsse noch deutlicher herausgestellt werden, war die mehrfache Forderung vom Publikum an den Referenten, zu dessen Aufgabe auch die Vertretung der Priester gegenüber dem Bischof obliege. Werbend benannte der Referent: “Nicht jeder Priester wird in Zukunft als Pfarrer tätig sein. In den neuen pastoralen Räumen können sich Priester mit einer großen Vielfalt an Charismen und Begabungen einbringen und die damit verbundenen Chancen sollten wir noch viel mehr nutzen“, in seinem Schlussplädoyer.
Mit den knapp 50 anwesenden Teilnehmern war er einig, dass „das seitherige Priesterbilder heute nicht mehr trage und es bedürfe der Erneuerung oder Ergänzung. Der Priester soll ja der Entwicklung des Volkes Gottes dienen – es darf keine Über- oder Unterordnung geben“, was er mehrfach in seinem Referat betont hat. „Die Laien bekommen ihre Würde von Gott nicht vom Priester“, bezog er eindeutig Stellung. Für ihn stellt sich auch die Frage, „wie wir gemeinsam unser Bild zukünftigen Kircheseins entwickeln können“. Dazu wird es unerlässlich sein, „dass das Gespräch über das gemeinsame Priestertum aller Getauften und den Dienst des Priesters weitergeführt wird“. Ein erster Ansatz wurde dieser Tage in Göppingen versucht. Im Juni findet die Reihe ihre Fortsetzung mit der „Frage der Laien und deren Aufgabe“.
Felix Müller, Dekanatsreferent
