Samstag, 31. März 2012

Arbeitslosigkeit wirkt sich negativ auf Kinder aus

Unicef: Arbeitslosigkeit wirkt sich negativ auf Kinder aus
Die Arbeitslosigkeit von Eltern wirkt sich auch negativ auf das Wohlbefinden und die Entwicklung
der Kinder aus. Das geht aus dem „Unicef-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland"
hervor. Die Lebenssituation der Eltern bedrängt die Kinder demnach sowohl in ihrem Selbstwertgefühl
als auch in ihrer Bildung. Selbst eine gute Förderung in Kindertagesstätten und
Schulen könne „Defizite aufgrund mangelnder Teilhabe der Eltern nur begrenzt ausgleichen",
heißt es in der Studie. Dem Bericht zufolge ist das Wohlbefinden von Kindern in Städten tendenziell
schlechter als auf dem Land. Die Unterschiede zwischen den Kommunen seien teilweise
größer als unter einzelnen OECD-Staaten. Besonders lebenswert seien die Verhältnisse
in den vier südwestdeutschen Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und im
Saarland. Demgegenüber liegen Berlin, Sachsen-Anhalt und Bremen beim materiellen Wohlbefinden,
bei der Bildung und auch bei den Beziehungen zur Familie und zu Gleichaltrigen im
unteren Drittel. Untersucht wurden in der Studie die materielle Situation, Gesundheit und Sicherheit,
Verhalten und Risiken, Bildung und Ausbildung, Beziehungen zu Familie und Gleichaltrigen
sowie das subjektive Wohlbefinden. Dazu hat die von Unicef beauftragte Humboldt-
Universität in Berlin Befragungen von Organisationen wie „pro Kids" ebenso wie Daten des
Statistischen Bundesamts ausgewertet. Weitere Infos zur Studie und den ausführlichen Bericht
finden Sie unter:
www.unicef.de/presse/2on/unicef-bericht-kinder-in-deutschla

Gesundheitsreligion

Dass viele Deutsche einem übertriebenen Gesundheits- und Fitness-Wahn verfallen sind, das
ist oft Thema in den Medien. Der katholische Theologe, Bestseller-Autor und Arzt Manfred Lütz
sagt es drastischer: Die heutigen Diätmoden überträfen „in ihrem Ernst die Büßer- und Geißlerbewegungen
des Mittelalters", so stellt er in der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins
„Focus" fest. „Kein Zweifel, wir leben heute im Zeitalter der real existierenden Gesundheitsreligion.
All das, was man früher für den lieben Gott tat - wallfahren, fasten, gute Werke
verrichten -, das tut man heute für die Gesundheit", schreibt der Leiter einer Kölner Klinik.
Der Arzt und Theologe Lutz beobachtet bei vielen Menschen ein religiöses Vakuum, das sie
mit „Kunstprodukten" zu füllen versuchen - etwa einer „Gesundheitsreligion". Eine neuzeitliche
Variante des Strebens der Menschen nach Unsterblichkeit. Man versucht quasi das ewige Leben
im Diesseits zu produzieren, was natürlich ein völlig aussichtsloses Projekt ist. Tiefsinnig
und auch humorvoll beurteilt Lutz dieses Bemühen so: Es ist höchst anstrengend, sehr kostspielig,
sehr asketisch, und am Ende stirbt man leider doch. Freilich, auch wer gesund stirbt,
ist definitiv tot.
Dabei hat Lutz ganz und gar nichts gegen einen gesunden Lebensstil. Aber er beobachtet,
dass viele Menschen nicht begreifen, dass Gesundheit nur eine Rahmenbedingung für das
Leben ist, aber nicht das Leben selbst.

Donnerstag, 29. März 2012

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1/12                                                              Notizen in der katholischen Welt


Klima der Angst an einem Ort des Friedens
Kann denn Beten Sünde sein?

Maria Lindenberg ist eine Wallfahrtskapelle bei St. Peter im Schwarzwald. Gruppenweise halten Männer dort seit 1955 ununterbrochen Eucharistische Anbetung. Die wochenweise Gebetswache für den Frieden und die Erneuerung der Kirche im Heiligen Geist wird getragen vom Katholischen Männerwerk der Erzdiözese Freiburg. "Seht, wie schön und wie gut es ist, wenn Brüder in Eintracht zusammen leben." Mit diesen Worten aus Psalm 133 beschreibt der Träger selbst diese Gemeinschaft unter Männern in reizvoller Umgebung.

Seit Sommer des vergangenen Jahres ist jedoch Feuer unter dem Kapellendach. Der zum Seelsorger für die Gebetswache bestellte Franziskanerpater Hubert Wurz OFM musste gehen. „Einige wenige Gebetsmänner hätten ihn beim Apostolischen Nuntius angeschwärzt, er sei nicht fromm genug und überhaupt passe er nicht auf den Lindenberg“, erfuhr die Badische Zeitung dieser Tage von einem der Gebetsmänner. Schon vier Monate zuvor hatte das Katholische Männerwerk in einem Abschiedsartikel dankbar an die Zeit mit Pater Wurz erinnert (richtung 11/2011, 7).  Recht hintergründig hieß es damals: „Die Diskussionen mit ihm erlebten viele Männer als eindrucksvoll. Sie sind gerne auf seine Einladung eingegangen, in offener Diskussion Fragen des Glaubens zu erörtern. So ist es ihm gelungen, vielen Männern hinsichtlich ihrer Fragen zur Kirche und zum Glauben in hilfreicher Weise Auskunft zu geben. Seine durchaus eigene, aber stets offene Art hat manchen Gebetsmann beeindruckt. Allerdings gab es auch Männer, die sich schwer taten mit seinen Ausführungen. So blieben Spannungen nicht aus.“

Der SWR hat das Thema nun ebenfalls für sich entdeckt. Die Landesschau vom 27. März berichtet im Film. Da heißt es, dem Pater werde vorgeworfen, er  habe die Gemeinschaft der Gläubigen auf dem Lindenberg gespalten. Darum musste der Pater gehen. Der für das Erzbistum Freiburg sprechende Domdekan Andreas Möhrle äußert sich vor der Kamera zur Causa Wurz so: „Er hat in meinen Augen etwas, was aus seiner Sicht wichtig und richtig ist, vielleicht etwas zu intensiv und zu unabgesprochen praktiziert.“ Doch, Pater Wurz sei denunziert und angeschwärzt worden, wird weiter berichtet. Er habe anonyme Briefe bekommen, wie den im Film gezeigten, in dem steht: „Hat man mit Ihnen eine Gehirnwäsche vorgenommen oder sind Sie vom Teufel besessen? Mein Innerstes sagt mir, daß wenn Sie sich nicht bekehren, Sie in die Hölle kommen.“ „Worte“, so der Kommentator, „die offenkundig von religiöser Verblendung zeugen. Trotzdem wurde der Pater auf Geheiß der Freiburger Erzbischofs vom Lindenberg entfernt, ohne ihn selbst gehört zu haben.“ „Gebetsmänner sprechen seitdem von einem Klima der Angst auf dem Lindenberg. Aber, wie kann das sein an einem Ort des Friedens?“, fragt der Bericht. Ich lasse die Frage offen stehen.

Der Eindruck bleibt: Anonyme Denunzianten können in der katholischen Kirche Fakten schaffen. Beschuldigten wird kein fürsorgliches Gehör zuteil, der Bischof schweigt. Es reicht da schon, „in offener Diskussion Fragen des Glaubens zu erörtern“, um ein Amt zu verlieren, das man „vielleicht etwas zu intensiv und zu unabgesprochen praktiziert“. Genau so entsteht ein Klima der Angst, das jeden gut gemeinten Dialog zu Eis erstarren lässt. Am Ende des Films heißt es wieder einmal: „Die fromme Fassade hat Risse bekommen.“

Im Hintergrund:
Der Film:
Klima der Angst an einem Ort des Friedens
Landesschau Baden-Württemberg
27.3.2012 | 18.45 Uhr |

Der Artikel in der Badischen Zeitung:

Informationen des Katholischen Männerwerks:

Samstag, 24. März 2012

Verschärft das Bittgebet die Gottes- und Glaubenskrise?

Montag, 26. März 2012, 20:00 Uhr
Göppingen St. Maria
Kath. Gemeindezentrum, Ziegelstraße 11
(Eingang neben Haupteingang Kirche)

Auch wenn die Naturwissenschaften nicht in der Lage sind, ein plausibles, geschlossenes Weltbild zu entwerfen, so muss man doch redlicherweise einräumen, dass es der Theologie schwerfällt, ja sogar unmöglich ist, ein Handeln oder Eingreifen Gottes in die Abläufe von Natur und Geschichte einsichtig zu machen.
Gesprächsimpuls:
Prof. Dr. Christoph Böttigheimer, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt