Lammert: Kirchenspaltung muss überwunden werden
Bundestagspräsident Norbert Lammert hat die fortdauernde Kirchenspaltung als den „großen Anachronismus unserer Zeit" bezeichnet. Die Zeit sei gekommen, diesen „Skandal der real existierenden Christenheit" zu überwinden, sagte der CDU-Politiker am 10. November in München. Anlass war das zehnjährige Bestehen der Eugen-Biser-Stiftung, wo der Katholik mit dem nach dem Religionsphilosophen benannten Preis geehrt wurde. Die Sorge um die Wiederherstellung der Einheit der Christen geht nach Ansicht Lammerts jeden an. Sie müsse eine Sorge der ganzen Kirche sein, der Bischöfe und der Laien. Zwar sei er fest überzeugt, dass die Einheit wiederhergestellt würde, weil er den Heiligen Geist für stärker halte als die Theologie. Er fürchte jedoch, dass dies später der Fall sein werde als eigentlich möglich: „Die Begabung, an Zweit- und Drittrangigem festzuhalten, führt dazu, das Wesentliche aus dem Auge zu verlieren." Kritisch setzte sich der Bundestagspräsident mit dem Zustand der katholischen Kirche 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil auseinander. Damals hätten die Menschen eine Kirche im Aufbruch und der Öffnung zur Welt erlebt. Nie sei die Identifikation der Gläubigen mit ihrer Kirche so stark gewesen wie in diesen Jahren. Heute erlebten sie statt Aufbruch und Erneuerung Stagnation und Angststarre.
Lammert sprach von einer „riesigen Zahl von engagierten Frauen, die von der Kirche nicht gewollt würden".
KNA/13. November 2012
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