Provozierender Ruf zu angstfreier Lebendigkeit
Die oft bewundernswerte Arbeit in den christlichen Kirchen bleibt zunehmend ohne Resonanz. Die tiefen Schätze der christlichen Überlieferung sind inzwischen weitgehend unbekannt, auch unter Christen selbst, und trotz eines spürbar hohen allgemeinen religiösen Interesses. Ganz offensichtlich halten immer mehr Menschen das Christentum für belanglos im Blick auf ihr eigenes Leben. Strukturelle Reformen und innerkirchliche Ermutigungen reichen keineswegs aus, um diese Situation zu verändern; sie können das Problem auch verdecken. Es steht eine Korrektur des christlichen Selbstverständnisses an.
Das Christentum muss zu seiner Quelle zurückkehren.
Es muss sich wieder als ein Lebensvertrauen verstehen, das sich religiöser Erfahrung verdankt – und nicht als eine Überzeugung, die auf der Wahrheit von Überlieferungen beruht. Es muss die Menschen als Beteiligte, nicht als Zuhörer verstehen. Das Christentum muss daher klar und offen unterscheiden zwischen der Wahrnehmung Gottes und den Bekenntnissen, Sätzen, Ämtern, Gesten und allen Medien, durch die diese Wahrnehmung kommuniziert wird.
Referent: Prof. Dr. Joachim Kunstmann
Ordinierter Pfarrer und Dozent für evang. Religionspädagogik.
Päd. Hochschule Weingarten; jüngste Buchpublikation: Rückkehr der Religion. Glaube, Gott und Kirche neu verstehen.
Montag, 21. Mai 2012, 20:00 Uhr, Göppingen St. MariaKath. Gemeindezentrum Ziegelstraße 11
(Eingang neben Haupteingang Kirche)
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