Montag, 2. April 2012

Narrare humanum est – Gemeinden werden Erzählgemeinschaften


Narrare humanum est – Gemeinden werden Erzählgemeinschaften
 
Erzählen ist menschlich. Und Erzählen macht menschlich.
Erzählen benötigt Zeit. Und Erzählen überwindet Zeit.
Erzählen braucht Gemeinschaft. Und Erzählen schafft Gemeinschaft.


Die Kirche muss den Glauben dort weitergeben, wo er „nachgefragt" wird, und sie muss dies in einer verstehbaren Sprache tun, in der die Lebensrelevanz von Glaubensüberzeugungen deutlich wird. Die Kirche darf sich dabei weder den marktförmigen Gesetzen der Medienwelt noch den Maßstäben der „realen" Welt angleichen. Sie darf auch nicht einfach von zentralen Bekenntnissen abrücken, nur weil sie nicht mehr bekannt sind oder von vielen nicht mehr verstanden werden. Die Kirche muss vielmehr versuchen, das Evangelium „unverfälscht" (1 Tit 2, 7) und inhaltlich profiliert zu verkünden. Dazu gehört auch die Vermittlung religiösen Basiswissens an neuen, medial geprägten Lernorten des Glaubens - eine Vermittlung, in der Glaubensinhalte nicht als „Faktenwissen" aufbereitet, sondern vielmehr bezeugt und (vor)gelebt werden. Eine Kirche, die in diesem Sinne ein glaubwürdiges „Beispiel geben" will (2 Thess 3, 9), wartet nicht auf Menschen, die sie in ihren Gotteshäusern aufsuchen (sollen). Sie geht vielmehr Menschen nach, sie sucht sie selbst auf und lädt sie ein. Sie lebt, was sie lehrt, und will so ein „Vorbild" sein „in ihren Worten, in der Liebe, im Glauben, in der Lauterkeit" (1 Tim 4, 12)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen